Und hiermit, liebe Hörfreunde,
verabschiede ich mich wieder
bis zum nächsten Jahr!
Ich danke herzlichst für die Begleitung
durch die Weihnachtszeit und die
vielen Downloads, die mir zeigen,
dass Ihr meine Lesungen auch mögt.
Wo ist die Weihnacht zu Hause?
Dort wo es das Christkind gibt?
In den Ländern wo Christus lehrt
wie man die Menschen liebt?
Doch die Menschen aus seiner Geburt
ein Fest der Konsumwut gestalten?
Oder sich selbstgerecht
für das Zünglein der Weltwaage halten?
Oder in den Gräben der Angst
des Leids und der bitteren Not
ohne Lamettaglanz
von des Weihnachtsmanns Kindern bedroht?
Nein, nicht hier und nicht dort.
Die Heimat der Weihnacht ist an dem Ort
wo auch immer die Geburt der Liebe geschieht.
So dem Hass und der Angst
jede Macht entzieht.
Deshalb ist die Weihnacht zu Hause in mir
und ich bitte dich:
Gib ihr auch Heimat in dir!
Lass in Demut uns unseren Frieden leben
"Ich hasse Schluckauf!"
Der Weihnachtswichtel hockte auf einem Stapel Pappkartons und rieb sich das Hinterteil.
"Hicks!"
Wie von einer Feder getrieben hob es den Kleinen fast zehn Zentimeter in die Höhe, bevor er wieder auf die Kartons plumpste.
"Autsch! Immer auf dieselbe Stelle. - Hicks!"
Wer das Männlein von weitem sah, glaubte einen roten Frosch auf und nieder hüpfen zu sehen. Ein Bild, das der Wichtel allerdings gar nicht komisch fand.
"Zum Oberelch nochmal, ich will nicht mehr. - Hicks!"
Der Wichtel landete unsanft, schüttelte sich und presste die Lippen zusammen, dass der Mund nur noch ein schmaler Strich war. Er hielt die Luft an. Ein altes Hausmittel, das die Weihnachtswichtel schon lange kannten. Ein unterdrücktes "Hmpf" hatte nur noch ein Wippen zur Folge, dann wurde der Wichtel ruhiger. Drei Minuten später holte er tief Luft, seine Gesichtsfarbe normalisierte sich langsam. Er horchte in sich hinein. Kein Hickser mehr, der mit Gewalt nach außen drängte. Kein unkontrolliertes Auf und Ab. Geschafft.
Der Wichtel sah sich um. Er war anscheinend in irgendeinem Hinterhof gestrandet. Ein Berg zerhackter Transportpaletten, jede Menge platt gedrückte Pappkartons, auf denen er gerade saß. Er kletterte vorsichtig vom Kartonstapel herunter und las die Aufdrucke:
Pink Christmas-Dreams, Großhandel für Weihnachtsschmuck. Wie passend. Das Geschäft hatte natürlich längst geschlossen um diese Zeit. Hoffentlich kam er aus dem Hof heraus, in den er von oben hineingelangt war.
Ob der Weihnachtsmann schon gemerkt hatte, dass Wichtel Klaus nicht mehr auf dem Rentierrücken hockte? Sie waren mit einer Riesenladung Geschenke auf dem Weg vom Nordpol zum Zwischenlager in Deutschland gewesen, als Klaus mitten über der Nordsee den Schluckauf bekam. Er klammerte sich wie verrückt an die Mähne seines Rentieres, doch beim fünften Hickser hatte er keine Chance mehr. Der Schluckauf katapultierte Wichtel Klaus in die Höhe. Der Schlitten flog ausgerechnet in diesem Moment eine Kurve und Klaus fiel nicht wieder auf den Rentierrücken sondern durch die leere Luft, rauschte durch die Wolken und auf die Häuserdächer einer Stadt an der Küste zu. Der Wichtel ruderte hilflos mit den Armen und bekam die Zipfel seines großen Umhangs zu fassen. Der Umhang blähte sich wie ein Fallschirm und bremste den Sturz. Steuern konnte Klaus nicht, aber mit etwas Glück (und Wichtel haben immer Glück, sagt die Glücksforschung) stieß er sich nicht den Kopf an einem Steinkamin oder blieb an einer Antenne hängen, sondern segelte in den Hinterhof auf den Kartonstapel.
Wichtel Klaus rieb sich nochmals das Hinterteil, dann marschierte er zum großen Hoftor. Er hüpfte hoch, konnte die Klinke gerade so erreichen und hängte sich mit seinem ganzen kleinen Gewicht daran. Die Klinke senkte sich und die Tür schwenkte ein Stück nach außen. Der Spalt war eng, aber Klaus konnte sich hindurch drücken und stand schwupps auf einer hell beleuchteten Straße.
Wie sollte sein Chef ihn hier nur finden? Zwischen all den Menschenbeinen, die hin und her eilten. Er musste bis zu einer Stelle weitergehen, an der es nicht so voll und nicht so hell war. Ein Ort, den ein Rentierschlitten gut erreichen konnte, ein Park vielleicht. Der Wichtel wandte sich nach links und marschierte los.
Und wieder hatte er Glück, wie sich das für einen Wichtel gehört. Nach ein paar Kreuzungen entdeckte er auf der anderen Straßenseite ein schmiedeeisernes Tor und dahinter weite Wiesen und einzelne hohe Bäume.
Er wollte gerade durch das Tor schlüpfen, als ein dicker Mann mit Schnurrbart und Dienstmütze ihn anschnauzte:
"Hey, der Park schließt jetzt."
Und mit einer unmissverständlichen Geste wies er zurück zur Straße.
Wichtel Klaus duckte sich. Warum nur konnte er nicht durch den Park laufen? Er wollte doch niemandem etwas wegnehmen. Er hatte gelernt, dass Menschen oft geizig waren. Aber hier ging es doch gar nicht um Hab und Gut, nur um die Natur.
Der dicke Mann schubste ihn sanft.
"Nun lauf schon nach Hause, deine Mutti wartet sicher auf dich", brummelte er und drehte einen schweren Schlüssel im Schloss um. Dann ging er mit gewichtigen Schritten davon.
Klaus stand ratlos auf dem Bürgersteig. Durch die Gitterstäbe des Parktores konnte er sich nicht hindurch quetschen, über die Mauer klettern schon gar nicht. Gab es keine andere Möglichkeit? Er starrte nach oben in den Abendhimmel.
Die Wolken hatten sich verzogen und ließen ein paar Sterne sehen. Einer davon bewegte sich. Der Wichtel blinzelte. Nein, das war keine Täuschung, der Stern bewegte sich und wurde größer. Er hatte einen Schweif wie ein Komet. Der Komet sank tiefer und Klaus erkannte den Schlitten mit den Rentieren.
Er hüpfte auf und ab, war nun wieder der rote Frosch, allerdings ohne Schluckauf. Er wedelte mit den Armen und juchzte vor Freude, als der Schlitten in einem eleganten Bogen wendete und neben ihm auf dem Bürgersteig zum Stehen kam.
"Du dummer kleiner Wichtel!", schimpfte der Weihnachtsmann. "Konntest du dich nicht ordentlich anschnallen? Warum haben wir denn inzwischen Sicherheitsgurte an den Rentieren?"
Klaus blickte zu Boden.
"Ich ... ich verspreche, dass ich ab jetzt immer ganz brav bin", flüsterte er.
Der Weihnachtsmann lächelte und tätschelte ihm die Zipfelmütze.
"Ist ja schon gut. Hauptsache, wir haben dich heil und munter wieder."
Der Wichtel legte den Kopf schief.
"Wie hast du mich eigentlich gefunden?", wollte er wissen.
Der Weihnachtsmann hob die Augenbrauen.
"Ich habe mein gesamtes navigatorisches Wissen zusammengekratzt, habe Flughöhe und Windgeschwindigkeit berücksichtigt und konnte ziemlich genau berechnen, wo du gelandet sein musstest. Allerdings konnte ich nicht wissen in welchem Zustand."
Er atmete tief durch.
"Aber ich habe darauf vertraut, dass Wichtel immer Glück haben."
hier werde ich im advent
weihnachtstexte lesen.
eigene und auch fremde.
zuckersüße, mandelbittere und
auch punschdurchpulste.
vielleicht ein kleines weihnachtsgeschenk für diesen oder jenen:
ich lese gerne auch wunschtexte.
kurze mail und wenn mir der text auch gefällt, dann lese ich ihn gerne vor.
eine wunderschöne adventzeit wünsche ich euch allen.
mit viel ruhe und frieden. macht es euch bequem, und nehmt euch ein bisschen zeit,
um euch gedichte und weihnachtsgeschichten vorlesen zu lassen.
ich bitte, das copyright zu beachten. alle gedichte sind mit ihren autoren genannt.
bei lebenden autoren habe ich die erlaubnisse zur veroeffentlichung persoenlich eingeholt.
sollte das urheberrecht bei einem gedicht eines bereits verstorbenen autors verletzt werden,
bitte ich um kurze mitteilung. selbstverstaendlich entferne ich dieses sofort.